Ausgehend von einem Fachreferat zum „Salafismus und den damit verbundenen Radikalisierungstendenzen“ diskutierten die Fachkräfte der Jugendarbeit unterschiedliche Präventionsstrategien.

Wichtig sei, dass man Haltungsänderungen von Jugendlichen wahrnimmt und mit ihnen die Gründer der Einstellungsänderungen bespricht. Hierfür braucht es ein fundiertes Wissen zum Islam, den unterschiedlichen Strömungen in dieser Religion und den Zielen der radikalisierten Gruppierungen.

Im zweiten Teil des 15. Fachtages zur Jugendarbeit wurde der Zusammenhang zwischen verschwörungstheoretischen Konzepten und den damit verbundenen demokratiefeindlichen Entwicklungen deutlich. Dass dabei die sozialen Medien eine wichtige Rolle spielen wurde in den anschließenden Gesprächen herausgearbeitet.

Es ist eine professionelle Kinder- und Jugendarbeit nötig, um die jungen Menschen bei der Einordung von scheinbaren Tatsachen zu unterstützen, so ein Ergebnis der Veranstaltung. „Wenn man Radikalisierung und demokratiefeindliches Handeln vermeiden will, muss in die Jugend- und Bildungsarbeit investiert werden“, forderte Solveig Prass, Sektenbeauftragte aus Leipzig. Demokratiefeindliche Kräfte bringen sich aktiv in das gesellschaftliche Leben ein, beispielsweise im Sport, im Naturschutz oder unter dem Thema: „Friedensdemonstrationen“. Sie äußern sich dort rassistisch und antisemitisch oder handeln gewalttätig.

„Mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das künftig auch im Landkreis Wittenberg umgesetzt werden soll, können wir diese Entwicklungen weiter beobachten, die Fachkräfte qualifizieren und alternative Mitwirkungsangebote für junge Menschen unterbreiten“, blickt Urte Neubert-Gräf, Geschäftsführerin der LEB AG Anhalt Wittenberg e.V. und Verantwortliche der Ehrenamtsbörse im Landkreis, die den Fachtag gemeinsam mit dem Jugendamt organisiert hat, voraus.

Die Veranstaltung war Teil des Fortbildungsprogramms der LAGFA Sachsen-Anhalt e.V. in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt im Rahmen des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit und mit freundlicher Unterstützung des Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt