Am 16. Dezember gedachten die Wittenberger des Todes von Käthe Bosse, welche an diesem Tag vor 70 Jahren im KZ Ravensbrück starb. Käthe Bosse hatte zunächst ihre sogenannte "priviligierte Mischehe" mit dem "Arier" Dr. Paul Bosse geschützt, einem anerkannten Mediziner der Lutherstadt, auf den auch die weit über Wittenberg hinaus bekannte "Bosse - Klinik" zurück geht.

b_200_175_16777215_00_images_meldungen_Niederlegung-1.jpgIm Rahmen der nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 einsetzenden Verfolgung wurde auch Käthe Bosse interniert. Die Mutter von vier Kindern überlebte die Strapazen des Konzentrationslagers nur ein halbes Jahr.

Mit Unterstützung der Initiative Stolpersteine, die Käthe Bosse vor 5 Jahren mit einem solchen Stein geehrt hat, gelang es Heinz Thieme, eine würdige Veranstaltung mit Vertretern aus Politik und Religionsgemeinschaften in der Kapelle des ehemaligen Klinikgebäudes zu organisieren.

b_200_143_16777215_00_images_meldungen_WB-3.JPGBesonders bewegte dabei ein Text der anwesenden Enkelin Ute Stummeyer, einfühlsam vorgetragen von Inga Hagen.

Ebenfalls anwesend war Enkel Heini Bosse aus Cardiff, dessen Buch über seine deutsche Familie und ihre Verfolgung im 3. Reich nun nach einer walisischen Ausgabe auch auf englisch erschienen ist.

Mit einer Blumenniederlegung am Stolperstein vor dem alten Klinikgebäude endete die einstündige Veranstaltung.